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Wechseljahre. Die Brüste sinken, die Ansprüche nicht.

Ich musste über diese Headline auf Instagram @frauenuniversum schmunzeln.


Nicht nur, weil der Satz humorvoll ist, sondern weil er einen wunden Punkt vieler Frauen trifft. Hier meine Gedanken aus 16 Jahren Erfahrung mit Frauen für Sie.


Wechseljahre. Die Brüste sinken, die Ansprüche nicht.
Wechseljahre. Die Brüste sinken, die Ansprüche nicht.


Die Wechseljahre verändern unseren Körper, doch die Erwartungen an uns scheinen davon unberührt zu bleiben.


Die Haut verliert an Spannkraft, die Figur verändert sich, die Brüste werden weicher und die Wechseljahre bringen körperliche und emotionale Veränderungen mit sich.


Gleichzeitig geschieht etwas Bemerkenswertes: Während der Körper beginnt, langsamer zu werden, scheinen die Erwartungen an Frauen eher zuzunehmen als abzunehmen.


Sie sollen leistungsfähig bleiben, sich um die Familie kümmern, im Beruf bestehen, die Eltern unterstützen, für den Partner da sein, eine gute Freundin sein und dabei möglichst gelassen, attraktiv und belastbar wirken. Viele Frauen erfüllen diese Anforderungen über Jahrzehnte hinweg mit großer Selbstverständlichkeit. Erst wenn der Körper nicht mehr mitspielt, beginnt die Frage:


Warum eigentlich?


In meiner Praxis begegne ich immer wieder Frauen, deren Beschwerden sich auf den ersten Blick kaum voneinander unterscheiden. Schlafstörungen, Erschöpfung, sexuelle Unlust, innere Unruhe, Gewichtszunahme, Hitzewallungen oder anhaltende Verspannungen gehören zu den häufigsten Gründen, weshalb sie einen Termin vereinbaren. Fast immer steht zunächst der Wunsch im Vordergrund, dass die Symptome möglichst schnell verschwinden.


Im Laufe der Gespräche zeigt sich jedoch häufig ein anderes Bild.


Viele dieser Frauen haben über Jahre gelernt, die Bedürfnisse anderer wichtiger zu nehmen als ihre eigenen. Sie kümmern sich liebevoll um ihre Familie, übernehmen Verantwortung im Beruf und sind jederzeit erreichbar. Für sich selbst bleibt oft nur das übrig, was nach einem langen Tag noch an Zeit und Kraft vorhanden ist. Irgendwann reicht auch das nicht mehr aus.


Der Körper beginnt Grenzen zu setzen, die der Verstand lange ignoriert hat.

An dieser Stelle musste ich an einen Abschnitt aus dem Buch „Frauenkörper – Frauenweisheit“ von Dr. Christiane Northrup denken, der mich seit vielen Jahren begleitet:

*„Ich wusste, dass die Brust eine körperliche Metapher für Nähren, Empfangen und Fürsorge ist. Aber in meinem hastigen Bestreben, allen anderen meine Fürsorge zuteilwerden zu lassen, hatte ich mich selbst vernachlässigt. Diese rücksichtslose Behandlung hat mir mein Körper nicht verziehen und mir dadurch etwas Wichtiges mitgeteilt: Körperliche Symptome sind Botschaften, die auf weit mehr hinweisen als auf das unmittelbare gesundheitliche Problem. C. G. Jung, der berühmte Psychoanalytiker, hielt Krankheiten für einen Besuch der Götter. Ich habe mittlerweile gelernt, dass es sich emotional, physisch und psychisch lohnt, auf die Botschaften des Körpers zu hören.“Dr. Christiane Northrup, Frauenkörper – Frauenweisheit

Ich glaube, genau darin liegt eine Wahrheit, die viele Frauen erst ab der Lebensmitte wirklich verstehen.


Wir verbringen Jahrzehnte damit, uns um andere zu kümmern. Wir nähren unsere Familie, schenken Aufmerksamkeit, organisieren den Alltag und übernehmen Verantwortung. Doch wer fragt eigentlich danach, wer uns nährt? Wer sorgt dafür, dass auch wir Kraft schöpfen, uns gesehen fühlen und einfach einmal empfangen dürfen?



Carl Gustav Jung schrieb: Krankheiten seien „Besuche der Götter“. Ein ungewöhnlicher Gedanke, der jedoch dazu einlädt, Beschwerden nicht ausschließlich als Störung zu betrachten, sondern als eine Einladung, das eigene Leben neu zu betrachten. Nicht jede Erschöpfung entsteht durch die Wechseljahre. Nicht jede Schlafstörung ist ausschließlich hormonell bedingt. Manchmal erzählt der Körper eine Geschichte, die wir über viele Jahre überhört haben.


Ich wünsche mir, dass Frauen ab 40 beginnen, ihren Körper nicht länger als Gegner zu sehen. Er kämpft nicht gegen Sie. Er versucht oft nur, Sie auf etwas aufmerksam zu machen.


Vielleicht ist jetzt die Zeit gekommen, sich dieselbe Fürsorge zu schenken, die Sie so selbstverständlich allen anderen geben.


Vielleicht bedeutet das, öfter Nein zu sagen.

Vielleicht bedeutet es, Hilfe anzunehmen. Vielleicht bedeutet es, sich wieder gesund zu ernähren, bewusster zu leben, sich regelmäßig Zeit für Ruhe zu nehmen oder sich begleiten zu lassen.


Gesundheit beginnt nicht erst dann, wenn Beschwerden verschwunden sind.

Gesundheit beginnt in dem Moment, in dem eine Frau erkennt, dass sie selbst genauso wertvoll ist wie die Menschen, um die sie sich ihr Leben lang gekümmert hat.

Die Wechseljahre können deshalb zu einer der wertvollsten Phasen im Leben einer Frau werden. Nicht, weil alles leichter wird, sondern weil sie die Chance bieten, das Leben neu auszurichten, mit mehr Selbstfürsorge, mehr Gelassenheit und einem liebevollen Blick auf sich selbst.


Denn die Brüste mögen mit den Jahren sinken. Die Ansprüche des Lebens tun es meistens nicht. Umso wichtiger ist es, dass Frauen lernen, sich selbst wieder an die erste Stelle zu setzen.


Ihre Cornelia


Ich begleite Frauen ohne Umwege in ihren persönlichen Erfolg. 30 Minuten Erstgespräch, jetzt vereinbaren.

 
 
 

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